Keramikinlays als Zahnfüllung / Teilkronen

Keramikinlays werden im zahntechnischen Labor gefertigt und verarbeitet oder sie werden industriell hergestellt. Es handelt sich dabei um Zahnfüllungen, bzw. Teilkronen, die mittels eines Befestigungsklebers eingesetzt werden (die so genannte Adhäsiv-Technik). Diesen keramischen Zahnersatz gibt es schon seit Längerem, routinemäßig wird er allerdings erst seit ungefähr 15 Jahren eingesetzt.
Die Inlays werden hauptsächlich zur Seitenzahnrestauration verwendet. Das bedeutet, dass Zähne, deren Seitenwände bereits größere Schäden aufweisen und die durch verstärkte Kaubelastung mit der Zeit brechen würden, um ein gutes Stück abgetragen werden. Somit wird einer Fraktur der Seitenwände vorgebeugt.
Der Zahnarzt muss verhältnismäßig viel gesundes Zahnmaterial abtragen, damit das Keramikinlay dick genug gefertigt werden kann und dieses nicht so leicht zerbricht. Manchmal werden auch Onlays (Verblendungen) benutzt; das sind Keramikinlays, die im Inneren einen Kern aus Gold besitzen.

Arten von keramischen Inlays

Es gibt folgende 4 Arten von keramischen Inlays und Teilkronen:

  1. Die einflächigen Inlays:
    Das Inlay wird rundherum von der noch vorhandenen Kaufläche begrenzt. Bei ganz geringen Defekten besteht die Möglichkeit einer Kunststofffüllung, bei ausgeprägteren Schäden wird einem stabileren Material den Vorzug gegeben.

  2. Die zweiflächigen Inlays:
    Die Kaufläche begrenzt nicht ausschließlich das Inlay, sondern dieses erstreckt sich zusätzlich auf eine Wand eines danebenliegenden Zahns.

  3. Die dreiflächigen Inlays:
    Das Inlay wird nicht nur durch die Kaufläche umschlossen, sondern erstreckt sich auf beiden Seiten bis hin zu den Zahnwänden der entsprechenden Nachbarzähne.

  4. Die Teilkrone aus Keramik:
    Die Zahnsubstanz ist in einem erheblichen Maß geschädigt. Der schadhafte Teil kann gänzlich mit einer Teilkrone aus Keramik ersetzt werden. Eine komplette Überkronung wäre nicht vorteilhaft, da hierbei eine höhere Einbuße an Zahnsubstanz in Kauf genommen werden muss.



Die Vorteile von Keramikinlays

Keramikinlays werden den höchsten ästhetischen Ansprüchen der Patienten gerecht. Viele wollen auf goldblinkende Metallfüllungen verzichten und bevorzugen Zahnfüllungen, die farblich mittels einer optimalen Bemalung durch den Zahntechniker an die Umgebung angepasst werden können. Mit ihrem opalisierenden Glanz und ihren reflektierenden Eigenschaften sind die keramischen Inlays somit nicht von den anderen Zähnen zu unterscheiden. Das bedeutet wiederum einen enormen Vorteil für die Patienten, da der Zahnersatz als solcher nicht zu erkennen ist und sie selbstbewusst und ohne Hintergedanken ihr Gegenüber anlächeln können. Darüber hinaus sind die Inlays lichtdurchlässig und behalten über viele Jahre hinweg ihre Farbechtheit.
Die Verträglichkeit der Zahninlays ist ausgezeichnet. Sie werden besonders dann gerne verwendet, wenn eine Allergie gegen metallhaltige Füllungen besteht. Außerdem tritt keine Störung des Geschmacksempfindens auf, was bei vielen Metallfüllungen eine unangenehme Nebenerscheinung sein kann. Es besteht zudem auch keine Temperaturempfindlichkeit, was bedeutet, dass Reize von unterschiedlichen Temperaturen nicht an den Zahn weitergegeben werden.
Keramik hat nur eine sehr langsame Abnutzung und verfügt über ein großes Maß an chemischer Widerstandsfähigkeit. Keramik besitzt vergleichbare Materialeigenschaften und einen ähnlichen Härtegrad wie die natürliche Zahnhartsubstanz. Sehr große Kunststofffüllungen beispielsweise verformen sich beim Kauvorgang bisweilen und überlasten damit vereinzelte Sequenzen des Zahns. Das Keramikinlay hingegen gibt die ausgeübte Kraft komplett und gleichmäßig an den restlichen Zahn weiter und schont somit die Zahnsubstanz. Die Haltbarkeit der Keramikinlays ist ausgezeichnet, sie liegt bei ca. 10 bis 15 Jahren. Der Verbundkleber, mit dem die Inlays am Zahnschmelz befestigt werden, verbindet das einzusetzende Werkstück fest und stabil mit der kompletten Zahnsubstanz des zu behandelnden Zahns. Das hat den Vorteil, dass der Zahn in seiner Gesamtheit sozusagen geschient wird. Die Haftstärke einer modernen Befestigungssubstanz liegt bei einem Wert von bis zu 300 kg pro cm². Die Benutzung von keramischen Inlays wird inzwischen als Routine-Verfahren anerkannt, da zahlreiche klinische Langzeiterfahrungen in vielen Studien geprüft worden sind.



Gibt es auch Nachteile?

Keramisches Material kann bei ausgeprägter Belastung oder bei einer zu dünn gewählten Füllungsstärke bruchempfindlich sein. Eine Reparatur des Schadens im Mund ist nicht möglich. Eine präzise und sorgfältige Anpassung des Inlays ist dabei stark abhängig von den handwerklichen Fähigkeiten des Zahntechnikers. Durch den minimalen Klebespalt, der beim Einsetzen des Inlays entsteht, besteht die Gefahr, dass sich Bakterien an dieser Stelle festsetzen und vermehren können. Eine überaus gründliche und regelmäßige Zahnreinigung ist deshalb äußerst wichtig. Die Härte des Materials ist einerseits sehr vorteilhaft, andererseits führt sie bei einer leicht unpräzisen Anpassung des Inlays zu Schädigungen des Zahnschmelzes der angrenzenden Zähne.
Die Herstellung des keramischen Inlays ist sehr aufwendig und kostspielig, deshalb ist das Keramikinlay auch das teuerste der geläufigen Inlay-Varianten.

Kosten und Gesundheitsrisiken von Keramikinlays

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Keramikinlays nicht. Es erfolgt lediglich eine Reduzierung der Kosten um den Preis, der eine plastische Amalgam-Füllung ausmachen würde (ca. 35 Euro). Neben den Kosten für die Zahnarztleistung (ca. 400 Euro) ist das Honorar für den Zahntechniker mit einzurechnen (ebenfalls um die 400 Euro). Der Preis für ein Keramikinlay ist abhängig von der Größe und schwankt zwischen 300 und 700 Euro.
Bislang gibt es keine Erkenntnisse über mögliche Gesundheitsrisiken. Lediglich die Inhaltsstoffe des Klebers, mit dem die Inlays am Zahn befestigt werden, können in ganz seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion führen.


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