Krebs in der Mundhöhle durch Oralsex
Viel häufiger als früher diagnostizieren Ärzte eine Form von Krebstumoren an den Mandeln (Tonsillen) und auch an
anderen Stellen im Mundraum von Frauen und Männern, überwiegend aber bei jüngeren Frauen. Man nimmt an, dass diese
durch Viren beim Oralsex übertragen werdern.
Andere Experten meinen, dass diese Schreckensmeldungen kaum oder nur wenig mit der Realität zu tun haben. Bisher gibt es noch keine exakten und genauen Ergebnisse, dass Cunnilingus und Fellatio Krebs erzeugen oder auch nur mehr Krebs erzeugen, als andere Sexualpraktiken.
Oralsex und die Todesgefahr
Richtig ist, dass es eine kleine US-Studie gibt, die angeblich so etwas anzeigt. "Oralsex erhöht das Risiko für Krebs", wird dann auch gleich vom österreichischen Sender ORF berichtet und "USA Today" meldet: "Eine Studie bringt Oralsex mit Rachenkrebs in Verbindung, und der Houston Chronicle warnt "Oralsex verbreitet Virus unter Männern und Frauen.
Ein anderes US Medium treibt es auf die Spitze und meldet: " Der beim oralen Verkehr übertragene Humane Papillomavirus (HPV) sei nunmehr bewiesenermaßen einer der führenden Gründe für Rachenkrebs".
Solche Meldungen sind in Amerika nicht verwunderlich, da in einigen Bundesstaaten die Sexualpraktik des Oralsex von Gesetz verboten ist und damit strafbar ist.
Natürlich gibt es auch immer einen Grund für solcherlei Meldungen. Angeblich wurden Speichelproben verglichen, von ganzen 100 Patienten, und dabei habe sich herausgestellt, dass Oralsex der Hauptauslöser dieser Krebsart sei. Forscher bei dieser Oralsex Studie waren u.a. Maura Gillison (lesen Sie den Bericht dazu).
Oralsex - 250 Prozent höhere Risiko
Auch die Briten ließen mit Kommentaren nicht lange auf sich warten. Das Magazin für Zahnärzte "New Scientist" wartete gleich
mit enormen Prozentwerten auf und meinte, wer während seines Lebens mehr als 5 Oralsex Partner hatte, trüge ein um 250 Prozent höheres
Risiko für Rachenkrebs, als andere Menschen die keinen Oralsex haben.
Aber lassen wir jetzt mal "die Kirche im Dorf", und betrachten uns Zahlen aus
Deutschland, die vom renomierten Robert Koch Institut kommen. In Deutschland kommen jährlich ca. 13 Neuerkrankungen
auf 100.000 Einwohner, damit hat jeder Bürger ein absolutes Risiko für Mund- oder Rachenkrebs von 0,013 Prozent.
Mag man jetzt aber auf Oralsex nicht verzichten wollen, was ja auch mehr als verständlich ist, dann trägt man ein Risiko das
mit dem Faktor 8,6 zu bewerten ist. Damit steigt das Risiko auf 0,11 Prozent an. Und eins darf man nicht vergessen, 72 von 100
Menschen tragen nachgewiesener Weise das Papillomavirus in sich.
Bereits im Jahre 2004 gab es eine französische Studie
über den
Zusammenhang von Oralsex und Krebs, der zum Ergebnis kam, dass Alkohol und Tabak der Hauptauslöser dieser Krebsarten sei.
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