Zahnnervenentzündung (Pulpitis)
Der Zahn besteht grundsätzlich aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Der Zahnschmelz umhüllt das Dentin. Dentin ist eine knochenähnliche Substanz und mündet ins Zahnfleisch. In der Zahnwurzel befinden sich die Nerven und die Blutgefäße. Die Zahnwurzel ist von einer Haut umgeben. Sie kann einen oder mehrere Wurzelkanäle aufweisen und mündet mit der Wurzelöffnung in den Kiefer. Der Ursprung der Entzündung des Zahnnervs kann bereits unter der Krone liegen. Es ist auch möglich, dass er sich bis in die Wurzelkanäle ausbreitet. Grundsätzlich ist weiterhin zu unterscheiden handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung. Eine akute Entzündung des Zahnnervs kann unbehandelt, seine verursachenden Keime, weiter an den benachbarten Zahn abgeben. Ein Entzündungsherd kann sich auch im Kiefer bilden. Schnell kann so aus einer Entzündung eine Vereiterung werden. Der chronische Verlauf einer Pulpitis ist auf einem Röntgenbild nicht nachweisbar.
Ursachen für die Entzündung von Zahnnerven
Liegt eine Schädigung des Zahnes durch Karies vor, wird diese in der Regel ohne zeitnahe Behandlung, zu einer Entzündung führen. Meist ist diese mit starken Schmerzen verbunden, so dass der Zahnarzt recht schnell aufgesucht wird. Bereits Symptome bei dem Unterschied zwischen heißen und kalten Mahlzeiten, können darauf hindeuten, dass der Zahnhals teilweise frei liegt und die Erreger einfachen Zugang haben. Zugluft bereitet Schmerzen, sofort an die Möglichkeit einer Karies denken. Ebenso verhält es sich beim Essen von Süßigkeiten. Nicht grundlos haben die Krankenkassen das Bonussystem eingeführt. So sollte jedes Kind zwei Mal jährlich und jeder Erwachsene wenigstens einmal jährlich den Zahnarzt aufsuchen. In diesen relativ kurzen Abständen ist es möglich eine beginnende Karies zu erkennen und vollständig zu beheben. Das Bonusheft wird von den Mitarbeitern der Zahnarztpraxis abgestempelt. Nun ist sofort nachvollziehbar, ob sich der Patient in den vorgeschriebenen Zeiten, beim Zahnarzt zu einer Prophylaxe-Untersuchung eingefunden hat. Wird trotz aller Bemühungen ein Überkronen oder gar ein Zahnersatz notwendig, trägt der Patient die Kosten nicht allein.
Prophylaxe-Möglichkeiten
Selbstverständlich kann jeder einer Entzündung vorbeugen. Mindestens zwei Mal am Tag sollten die Zähne geputzt werden. Mundwasser reinigt die Zwischenräume zusätzlich. Sollten dennoch Speisereste zwischen den Zähnen bemerkt werden, ist von Zahnstochern dringend abzuraten. Diese können das Zahnfleisch verletzten und mögliche Krankheitserreger können leichter eindringen. Zu empfehlen wäre die Zahnseide. Entsprechende Ernährung und auch das Kauen von Kaugummis sind sehr effektiv. Calziumreiche Kost und Obst und Gemüse wirken sich ebenfalls positiv auf den Zustand der Zähne aus.
Untersuchungsmöglichkeiten des Zahnarztes
Um sicher zu stellen wie weit die Entzündung bereits fortgeschritten ist, wird in den meisten Fällen, neben der normalen Beschau der Zähne durch den Zahnarzt, die Röntgendiagnostik zu Einsatz kommen. Der gesamte betroffene Kiefer wird auf einem Röntgenbild dargestellt. Der Arzt wird sich diese Aufnahme mit dem Patienten ansehen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
Behandlung von Zahnnervenentzündung ( Pulpitis )
Die erkrankten Teile des Zahnes werden beseitigt. Karies wird durch bohren entfernt. Der Wurzelkanal wird freigelegt. Dieser wird nach gründlicher Reinigung anschließend ausgetrocknet. In dieser Zeit ist der Patient angehalten, den Mund geöffnet zu lassen und das Schlucken zu vermeiden. Es wird ein kleines Fädchen mit antibakteriellen Wirkstoffen in den Kanal geschoben. Wichtig ist ein absolutes abdichten, damit eine effektive Wirkung erzielt werden kann. Der Kanal wird verschlossen. Diese Art der Behandlung findet unter örtlicher Betäubung statt. Der Schmerz wäre sonst unerträglich. Der Arzt vereinbart den nächsten Termin und entfernt diese Drainage. Er wird an Hand des Geruchs feststellen, wie weit der Heilungsprozess fortgeschritten ist. Erst wenn dieses Ergebnis zufrieden stellend ist, kann mit der Wurzelfüllung begonnen werden. Ist die Wurzel allerdings schon so weit angegriffen, wird ein Entlastungsschnitt vorgenommen. In diesem Fall handelt es sich nicht mehr nur um eine Entzündung, sondern um eine Vereiterung. Mit diesem Schnitt, unter örtlicher Betäubung, wird es schneller ermöglicht, dass der angestaute Eiter, abfließen kann. Durch die Anästhesie in diesem Bereich, ist von dem Schmerz zunächst nichts zu spüren. Der pochende und hämmernde Schmerz hat endlich aufgehört. Bei nachlassender Betäubung, wird sich ein erträglicheres Gefühl im Zahnbereich einstellen. In jedem Fall sollte die begonnene Behandlung bis zum Ende fortgesetzt werden. Nur die Erleichterung, dass der große Schmerz vorbei ist, bedeutet nicht, dass die Wurzelbehandlung erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Fazit
Abschließend lässt sich feststellen, die Prophylaxe und die Zahnhygiene können diesem Krankheitsbild entgegenwirken. Bei Zahnschmerzen ist der Besuch beim Zahnarzt in den meisten Fällen nicht
zu umgehen. Sind erst Schäden durch Karies oder abgebrochenen Stellen vorhanden, können sich diese nicht von selbst regenerieren.
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